Stambulante Pflege: Ein Paradigmenwechsel in der Pflegelandschaft?

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Die „stambulante Pflegegewinnt zunehmend an politischer Aufmerksamkeit. Bei dieser Art der Pflege werden stationäre und ambulante Leistungen miteinander kombiniert, um weniger die Prozesse, als viel mehr den Menschen in den Mittelpunkt der Pflege zu stellen. In diesem Artikel werfen wir einen Blick auf die Entwicklungen rund um die stambulante Pflege und die Bestrebungen, sie gesetzlich zu verankern. 

Ambulant oder stationär – bislang sieht das Pflegesystem diese beiden Versorgungsformen vor. Doch schon bald könnten Pflegebedürftige eine weitere Variante wählen: Die stambulante Pflege, angelehnt an das stambulante Versorgungsmodell der BeneVit-Gruppe aus Baden-Württemberg. 

Die Erwartungen der Politik an das bisher in Modellversuchen erprobte Pflegesystem sind groß. Gesundheitsminister Karl Lauterbach plant sogar, die stambulante Pflege als Regelversorgung in seinem Pflegekompetenzgesetz zu verankern.  Aus diesem Grund wird die stambulante Pflege derzeit in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert.  

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Was versteht man unter stambulanter Pflege? 

Der Begriff „stambulante Pflege“ bezeichnet ein Pflegekonzept, das die Vorteile der stationären und ambulanten Pflege miteinander verbindet. Geprägt wurde es durch BeneVit-Gründer Kaspar Pfister, der als Erfinder des stambulanten Systems gilt. 

In Pfisters Modell leben pflegebedürftige Menschen in eigenständigen, barrierefreien Wohngemeinschaften, die gemeinschaftlich organisiert sind. Dort erhalten sie eine auf ihre individuellen Bedürfnisse zugeschnittene Pflege – nach ambulantem Leistungsrecht, aber unter stationärer Kontrolle. 

In der Pflege-WG findet ein möglichst normaler Alltag statt. Wer kann und möchte, beteiligt sich an hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Kochen, Waschen und Putzen. Was nicht mehr selbst erledigt werden kann, übernehmen nach Absprache Angehörige, das Stammpersonal oder Pflegefachkräfte. 

myneva-stambulant-kaspar-pfister-video-interviewIm Interview erklärt BeneVit-Gründer und myneva-Kunde Kaspar Pfister das Modell „Stambulant" im Detail und erläutert, wie es die Lebensqualität von Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeitenden steigert und die Pflegekosten senkt.

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Stambulant auf einen Blick 

Wie setzt sich stambulant konkret zusammen? Was ist ambulant? Was ist stationär? Ein kurzer Überblick: 

  • Zielgruppe: Die stambulante Pflege ist eine Alternative für Menschen, die ein gewisses Maß an Betreuung benötigen, aber nicht in einem klassischen Pflegeheim leben möchten. 
  • Das ist stationär: Alle Räume der stambulanten Wohngemeinschaft entsprechen der Heimbauverordnung, wirken aber wie eine normale häusliche Umgebung. Die Wohngemeinschaft unterliegt der Heimaufsicht und wird vom Gesundheitsamt kontrolliert. 
  • Das ist ambulant: Alle Bewohnenden erhalten eine Grundpflege nach dem ambulanten Pflegegesetz. Weitere Pflegeleistungen können bei Bedarf hinzugezogen werden. 
  • Status quo: Bisher nur als Modellprojekt realisiert. Soll im Rahmen des Pflegekompetenzgesetzes zur Regelversorgung werden. 
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Die Bedeutung des stambulanten Systems für die Pflege  

Das Interesse von Pflegeverbänden und anderen Akteuren der Gesundheitslandschaft an der Versorgungsform der stambulanten Pflege ist groß. Denn das stambulante System könnte eine Reihe von Problemen lösen, vor denen die Pflege in Deutschland steht: 

  • Menschenwürdige Pflege jenseits starrer Strukturen: In einer stambulanten Einrichtung gestalten Angehörige, Pflegebedürftige und Pflegende gemeinsam eine flexiblere und individuellere Pflege.  Im Mittelpunkt steht das Wohlbefinden der Pflegebedürftigen. 
  • Erhalt der Selbstständigkeit: Stambulante Einrichtungen fördern die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen, sodass sie länger geistig und körperlich fit bleiben. Das wiederum entlastet die Pflegekräfte. 
  • Schonung der Ressource Pflegepersonal: In einer stambulanten betreuten Wohngemeinschaft werden hauswirtschaftliche Tätigkeiten wie z.B. das Bettenmachen, Putzen, Waschen oder Kochen auf viele Schultern verteilt. Dadurch kann sich das Pflegepersonal vor allem auf den Pflegeprozess konzentrieren. Stambulante Pflege benötigt weniger Pflegepersonal und verursacht auch weniger Kosten.
     

Stambulante Pflege wird Teil des Pflegekompetenzgesetzes 

Bislang gibt es in Deutschland – abgesehen von dem erwähnten Modellprojekt – keine stambulante Pflege. Das soll sich mit dem Pflegekompetenzgesetz von Karl Lauterbach ändern. Das noch vor der Sommerpause angekündigte Gesetz soll laut dem Gesundheitsminister nicht nur die Kompetenzen der Pflegekräfte erweitern, sondern auch die stambulante Pflege als Regelversorgung in die Pflegelandschaft integrieren. Ob sich dies in der praktischen Umsetzung am Modellprojekt von Kaspar Pfister orientieren wird, bleibt abzuwarten. 

myneva unterstützt stambulantes Pflegekonzept mit Softwarelösung 

Der Ansatz des stambulanten Systems von Kaspar Pfister ist in mehrfacher Hinsicht wegweisend. Die Modellhäuser in Wyhl arbeiten mit durchgängig digitalisierten Prozessen auf Basis der Software myneva.heimbas. myneva ist der einzige Anbieter von Software für die Pflege, der diese Lösung für die Kombination von stationärer und ambulanter Pflege im Portfolio hat. 

Das Qualitäts- und Steuerungsinstrument erfasst Daten aus Verwaltung und Pflege und bereitet sie auswertbar auf. Mit der für die stambulante Pflege optimierten Software von myneva kann die Situation in der Wohngemeinschaft in Echtzeit erfasst, analysiert und gesteuert werden. 

Für Angehörige gibt es eine App, mit der sie sich jederzeit über die Pflegesituation ihrer pflegebedürftigen Verwandten informieren können. Auch autorisierte Ärztinnen und Ärzte oder Apotheken können über die App auf Medikationspläne und Dokumentationen zugreifen. 

Haben Sie Fragen oder möchten weitere Informationen zur myneva-Software für die stambulante Pflege? Kontaktieren Sie uns. Wir stehen Ihnen jederzeit zur Seite. 

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