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Das Wichtigste in Kürze
- Zeitgewinn führt nicht automatisch zu Entlastung: Zusätzliche Aufgaben beanspruchen die durch digitale Lösungen gewonnenen Kapazitäten häufig unmittelbar wieder.
- Österreich schneidet in wichtigen Bereichen gut ab: Besonders lange Dokumentationszeiten sind im europäischen Vergleich selten, während KI-gestützte Systeme häufiger genutzt werden als in den anderen untersuchten Ländern.
- Digitale Lösungen müssen zum Versorgungsbereich passen: Besonders in der stationären Altenhilfe bleibt die Belastung hoch. Gefragt sind vernetzte Systeme, die konkrete Arbeitsabläufe erleichtern und Fachkräfte spürbar entlasten.
Der Druck auf Pflege und Sozialwesen wächst: Während die Nachfrage nach hochwertiger, personenzentrierter Versorgung steigt, belasten Fachkräftemangel, administrative Anforderungen und komplexere Versorgungsbedarfe den Arbeitsalltag. Gleichzeitig ist die Digitalisierung in der Versorgung angekommen. Sie soll dort entlasten, wo manuelle Abläufe, aufwendige Dokumentation und wiederkehrende Aufgaben Zeit binden.
Digitalisierte Prozesse allein führen jedoch nicht automatisch zu spürbarer Entlastung. Häufig wird die eingesparte Zeit unmittelbar von neuen Aufgaben beansprucht. Die Trendstudie Pflege & Soziales 2026 untersucht, wo Organisationen bei der Digitalisierung stehen, in welchen Bereichen digitale Lösungen bereits Zeit sparen und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit sie zu einer höheren Versorgungsqualität, mehr Sicherheit und mehr Zeit für Menschen beitragen.
Für die Studie befragte das unabhängige Meinungsforschungsinstitut Civey 3.525 Fachkräfte in sieben europäischen Ländern, darunter 500 Befragte in Österreich.
Fast jede vierte Fachkraft arbeitet unter sehr hoher Belastung
Digitale Lösungen schaffen Freiräume, im Arbeitsalltag führen diese jedoch nicht automatisch zu mehr Zeit für die Versorgung. 77,7 % der Befragten in Österreich berichten, dass die eingesparte Zeit unmittelbar von anderen Aufgaben beansprucht wird. Gleichzeitig bewertet fast jede vierte befragte Person die tägliche Arbeitsbelastung als sehr hoch.
Der Zeitgewinn ist messbar, die Entlastung bleibt begrenzt: Steigende Anforderungen und zusätzliche Aufgaben binden weiterhin einen erheblichen Teil der verfügbaren Kapazitäten.
Besonders hoher Druck in der stationären Altenhilfe
Wie stark Fachkräfte belastet sind, hängt wesentlich von ihrem Versorgungsbereich ab. In der stationären Altenhilfe bewerten 45,2 % der Befragten ihre tägliche Arbeitsbelastung als sehr hoch. In der Sozialen Arbeit liegt dieser Anteil mit 13,6 % deutlich niedriger.
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Herausforderungen innerhalb von Pflege und Sozialwesen erheblich unterscheiden. Digitale Lösungen müssen deshalb an den konkreten Abläufen und Anforderungen des jeweiligen Versorgungsbereichs ansetzen.
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Österreich mit vergleichsweise geringem Dokumentationsaufwand
Im Bereich der Dokumentation hebt sich Österreich im europäischen Vergleich positiv ab. Nur 10,2 % der Befragten wenden täglich mehr als 90 Minuten für Dokumentation und administrative Aufgaben auf – weniger als in jedem anderen untersuchten Land. Auch in der ambulanten Altenhilfe gehört Österreich mit 5,9 % zu den Ländern mit den niedrigsten Anteilen. Dennoch bleibt Dokumentation ein unverzichtbarer Bestandteil der Versorgung und bindet täglich Zeit. Digitale, gut integrierte Prozesse können den Aufwand weiter reduzieren und Fachkräfte dadurch entlasten.
Österreich führt bei der Nutzung KI-gestützter Systeme
KI-gestützte Systeme kommen in Österreich häufiger zum Einsatz als in den anderen untersuchten Ländern. 37,3 % der Befragten geben an, bereits mit entsprechenden Anwendungen zu arbeiten – der höchste Wert im europäischen Vergleich.
Entscheidend ist nun, den vergleichsweise hohen Nutzungsgrad in spürbare Entlastung zu übersetzen. Nur wenn es gelingt, die durch KI gewonnene Zeit für die Versorgung nutzbar zu machen, entsteht daraus ein konkreter Mehrwert für Fachkräfte und die von ihnen betreuten Menschen.
Fazit: Aus Zeitgewinn muss Entlastung werden
Die Trendstudie macht deutlich: Österreich schneidet in einzelnen Bereichen im europäischen Vergleich gut ab. Besonders lange Dokumentationszeiten sind seltener als in den anderen untersuchten Ländern, während KI-gestützte Systeme häufiger zum Einsatz kommen. Dennoch kommt die durch digitale Lösungen gewonnene Zeit nicht automatisch bei den Fachkräften und den von ihnen betreuten Menschen an. Zusätzliche Aufgaben binden die freiwerdenden Kapazitäten häufig unmittelbar wieder.
Was es daher jetzt braucht, ist nicht einfach mehr Digitalisierung. Gefragt sind vernetzte Lösungen, die sich an den Anforderungen der unterschiedlichen Versorgungsbereiche orientieren und Fachkräfte dort unterstützen, wo Versorgung stattfindet. Digitale Dienstplanung und intelligente Assistenten können administrative Aufgaben erleichtern, relevante Informationen bereitstellen und komplexe Arbeitsabläufe vereinfachen.
Nur so kann Digitalisierung leisten, was Pflege und Sozialwesen dringend brauchen: nachhaltige Entlastung für die Fachkräfte und mehr Zeit für die Menschen, die auf ihre Unterstützung angewiesen sind.
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