HeroImage_1000x1000-3
5 Minuten Lesezeit

SHIP: Das E-Health-Netzwerk in der Schweiz wächst

Um den administrativen Aufwand in der Schweizer Gesundheitsbranche zu verringern und die Beschäftigten zu entlasten, wurde das digitale Meldesystem Swiss Health Information Processing (SHIP) entwickelt und in den vergangenen Jahren schrittweise eingeführt.
Es soll den Austausch von Daten zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern vereinfachen und für mehr Effizienz sorgen. Seit dem ersten grossen Pilotbetrieb 2021 hat sich SHIP zunehmend im Praxisalltag etabliert. Immer mehr Versicherer, Spitäler und Spitex-Organisationen nutzen das Netzwerk, und mit jeder neu angeschlossenen Institution steigt der Nutzen des digitalen Datenaustauschs für alle Beteiligten.

Erfahren Sie in diesem Artikel, wie sich SHIP seit 2024 weiterentwickelt hat, wie viele Akteure das Netzwerk bereits nutzen und warum SHIP für das Schweizer Gesundheitswesen immer wichtiger wird.

birte-rolff

Birte Rolff

Veröffentlicht: 02.11.2026
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • SHIP etabliert sich: Der Schritt vom Pilotprojekt in den produktiven Betrieb ist geschafft.

  • Zunehmende Zahl an Akteuren: Immer mehr Versicherer, Spitäler und Spitex-Organisationen nutzen SHIP.

  • Das Netzwerk wächst: 263 SHIP-Verbindungen bestehen bereits¹.

  • SHIP entwickelt sich weiter: SHIP wird kontinuierlich an die Anforderungen der Praxis angepasst.

Von der Pilotphase zum wachsenden Netzwerk

Der Austausch administrativer Daten zwischen Leistungserbringern und Kostenträgern im Schweizer Gesundheitswesen erfolgt häufig noch über unterschiedliche Kanäle wie E-Mail, Telefon, Fax oder Post. Um diese Prozesse zu digitalisieren, zu standardisieren und den Datenaustausch einfacher, schneller und effizienter zu machen, wurde SHIP entwickelt. Das digitale Meldesystem ermöglicht es Spitälern, Spitex-Organisationen, Ärzten und Versicherungen, die Kommunikation zu verbessern, Fehlerquoten zu senken und Zeit und Kosten zu sparen.

Nach erfolgreichen Pilotprojekten hat sich SHIP in den letzten Jahren zunehmend im praktischen Einsatz etabliert. Heute verbindet das Netzwerk bereits zahlreiche Organisationen im Schweizer Gesundheitswesen.

 

Die wichtigsten Kennzahlen im Überblick

  • Insgesamt weist das Netzwerk 263 SHIP-Verbindungen aus¹.

  • 13 Versicherer sind bereits SHIP-Vertragspartner und repräsentieren gemeinsam rund 69 Prozent des gesamten Versicherungsmarktes. Elf von ihnen nutzen SHIP bereits produktiv. Im Spitex-Bereich sind aktuell vier Versicherer produktiv angebunden, die gemeinsam eine Marktabdeckung von 26,56 Prozent erreichen¹.

  • 62 Spitäler haben SHIP-Verträge abgeschlossen, 54 sind bereits produktiv angebunden¹.

  • Acht Spitex-Organisationen sind SHIP-Vertragspartner, sieben davon nutzen SHIP bereits produktiv¹.

  • Beim Standard eCH-0236 beträgt die produktive Marktabdeckung 57 Prozent auf Versicherer- und 35 Prozent auf Spitalseite. Bei eCH-0237 liegt sie bei rund 27 Prozent auf Versicherer- und drei Prozent auf Spitex-Seite².


Die Zahlen zeigen: SHIP etabliert sich zunehmend als Branchenstandard und verfügt über weiteres Wachstumspotenzial. Weitere Versicherer haben bereits einen SHIP-Vertrag abgeschlossen. Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass die produktive Abdeckung des Netzwerks weiter wachsen kann.

Grundlegende Informationen zu SHIP lesen Sie hier

 

SHIP im praktischen Einsatz

Im Gesundheitswesen wird ein erheblicher Teil der wertvollen und knappen Ressource Zeit, die eigentlich den Klientinnen und Klienten gehören sollte, durch administrative Aufgaben gebunden. Genau hier setzt SHIP an: Der digitale Meldungsaustausch in Echtzeit vereinfacht Abläufe, reduziert manuelle Bearbeitungsschritte und sorgt für mehr Effizienz, Zeitersparnis und eine bessere Kommunikation zwischen allen Beteiligten.

Wie sich das in der Praxis auswirkt, zeigen die Erfahrungen der beteiligten Institutionen:

Spitäler

  • Die Solothurner Spitäler gehören zu den ersten SHIP-Anwendern. Nach eigenen Angaben konnten dort Rechnungsrückweisungen und Berichtsanfragen um bis zu 50 Prozent reduziert werden³.
  • Auch die Insel Gruppe, das größte Spitalnetzwerk der Schweiz, nutzt SHIP bereits seit 2021 und berichtet von effizienteren Prozessen in der Administration und gestiegener Qualität bei der Fallbearbeitung⁴.

Versicherer

  • Im gesamten SHIP-Netzwerk sind 13 Versicherer mit einer gemeinsamen Marktabdeckung von rund 69 Prozent Vertragspartner. Elf davon nutzen SHIP bereits produktiv. Im Spitex-Bereich sind derzeit vier Versicherer produktiv angebunden, die gemeinsam 26,56 Prozent des Marktes abdecken¹.
  • Zu den teilnehmenden Unternehmen zählen unter anderem Helsana, Concordia, ÖKK, Visana und EGK.

Spitex-Organisationen

  • Nach dem erfolgreichen Pilotprojekt 2024 mit Spitex Stadt Luzern, Spitex Grauholz und Spitex Bern, das von den beteiligten Softwarepartnern – unter anderem myneva – begleitet wurde, nutzt eine zunehmende Zahl an Spitex-Organisationen SHIP.
  • Mit SHIP werden Informationen automatisiert an Krankenversicherer übermittelt und Rückmeldungen direkt empfangen. Die Spitex Grauholz schätzt, dass sich mit SHIP pro Bedarfsmeldung durchschnittlich fünf bis zehn Minuten Bearbeitungszeit einsparen lassen⁵.
  • Im Bereich Spitex zeichnet sich eine deutliche Ausweitung des SHIP-Netzwerks ab. Neben den bereits produktiven und aktuell im Onboarding befindlichen Versicherern ist ab 2026/27 die Teilnahme weiterer Kostenträger vorgesehen, darunter SWICA, Assura-Basis und Groupe Mutuel. Bei planmässiger Umsetzung könnte SHIP damit künftig mehr als 70 Prozent der Versicherten abdecken⁶.

 

Höchste Datensicherheit
SHIP verbindet die IT-Systeme von Leistungserbringern und Kostenträgern mit h
öchster Datensicherheit. Der Datenaustausch lässt sich jeweils nur vom adressierten Empfänger entschlüsseln.

 

Fazit und die Rolle von myneva

SHIP hat in den vergangenen Jahren den Schritt von der Pilotphase in den praktischen Einsatz geschafft. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass das System von immer mehr Versicherern, Spitälern und Spitex-Organisationen im Alltag genutzt wird und sich damit zunehmend im Schweizer Gesundheitswesen verankert. Das E-Health-Netzwerk wächst und entwickelt sich mit jeder neu angeschlossenen Institution weiter – zum Nutzen aller Beteiligten.

Von Beginn an hat myneva als Softwareanbieter SHIP-Pilotprojekte aktiv begleitet und verfügt damit über jahrelange und umfassende Praxiserfahrung bei der Schnittstellen-Anbindung. Wir sind überzeugt, dass digitale Lösungen eine treibende Kraft für positive Veränderungen im Gesundheitswesen sind. Denn je mehr Zeit durch digitale Lösungen wie myneva.swing eingespart werden kann, desto mehr Zeit bleibt für den Menschen.

Gerne analysieren wir unverbindlich Ihre aktuelle Situation und entwickeln eine massgeschneiderte Lösung für Ihre Einrichtung. Erfahren Sie, wie SHIP auch in Ihrer Verwaltung zu effizienteren Abläufen und einer verbesserten Kommunikation beitragen kann. Wir freuen uns auf ein persönliches Gespräch.

 

Whitepaper: SHIP im Überblick

Von eKARUS bis SHIP: Der Weg zur digitalen Zukunft. Eine detaillierte Betrachtung der Implementierung und Vorteile des neuen SHIP-Kommunikationsstandards durch myneva.

Hier herunterladen!

 

Quellen

¹ santéservices, SHIP-Verbindungen, Stand: 1. Juli 2026.

² santéservices, Übersicht «SHIP Verbindungen», Stand: 1. Juli 2026.

³ santéservices, Ihre Erfahrung zählt: Gemeinsam zünden wir bei SHIP die nächste Stufe.

⁴ santéservices, SHIP im Einsatz bei der Insel Gruppe.

⁵ Spitex Magazin, SHIP: Grosse Vision, kleine Schritte.

⁶ santésuisse/SHIP, «Verbreitung SHIP im Bereich Spitex», Stand: 2. Juli 2026.

 

Teilen Sie diesen Artikel!

Sie möchten über alle Neuigkeiten informiert bleiben?

Dann melden Sie sich jetzt an für unseren Newsletter

Wir schicken Ihnen regelmässig relevante Informationen über Entwicklungen, die die myneva-Welt bewegen.